Faktensammlung Windkraft
Faktensammlung Windkraft

Ökologische Aspekte

In der ausgewiesen Fläche haben zahlreiche Tierarten (Fledermäuse, Vögel etc.) ihren Lebensraum, der durch bauliche Maßnahmen und dem Betreiben von Windkraftanlagen nachhaltig gestört wird. Es wird eindeutig gegen § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG verstoßen, der die Tötung geschützter Tierarten verbietet.

Rotmilan
Im Leitfaden (Dr. Klaus Richarz, Staatliche Vogelschutzwarte, 2013) wird ausgeführt, dass Rotmilane Windkraftanlagen nicht als Gefahr wahrnehmen. Vorbeiflüge in geringer Entfernung sind die Regel und Windparks werden von Rotmilanen regelmäßig frequentiert.
Rotmilane suchen Windkraftanlagen gezielt auf, da andere Kollisionsopfer unter Windkraftanlagen als Beute genutzt werden (Aasfresser). Der Leitfaden schreibt einen Mindestabstand (Helgoländer Papier 2012) von 1.500 m vor.

Auch der naturschutzfachliche Rahmen zum Ausbau der Windenergienutzung in Rheinland-Pfalz weist in seiner Richtlinie eine Abstandsreglung von 1.500 m aus, die für den Rotmilan einzuhalten ist. Der LAG VSW schreibt ebenfalls einen Mindestabstand für Rotmilane von 1500 m vor.

Rotmilane gehören zu den häufigsten Opfern der Windkraftanlagen.
Untersuchungen zeigen, dass der Rotmilan das häufigste Kollisionsopfer an WEA ist (Dürr 2008). Der NABU-Kreisverband Vogelsberg sorgt sich um den Fortbestand des Vogelschutzgebiets. Der ungehemmte Ausbau der Windenergieanlagen gefährdet den Schwarzstorch und den Rotmilan, teilt Kreisvorsitzender Karl-Heinz Zobich in einer Pressemitteilung mit.

LAG-VSW Aussagen zum Rotmilan
Das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz und die staatliche Vogelschutzwarte beschreibt in “Information über Einflüsse der Windenergienutzung auf Vögel“ die Beobachtung, dass Windkraftanlagen in kurzer Zeit auf Rang 1 der Verlustursachen beim Rotmilan gestiegen sind, dies ist vor dem Hintergrund eines ohnehin sehr hohen Anteils anthropogener Verlustursachen (LANGGEMACH et al. 2010) als sehr negativ zu werten.

Zitat aus dem Informationspapier:
Eine Modellierung anhand von Schweizer Rotmilandaten zeigte abnehmendes Populationswachstum mit zunehmender Zahl der Windkraftanlagen und Übergang von einer Source- zu einer Sink-Population. In Abhängigkeit vom Grad der Aggregation der WEA konnte dieser Effekt gemindert werden.
Angesichts der bleibenden Unsicherheiten der Vorhersage wurden die Anwendung des Vorsorgeprinzips und vorherige Verträglichkeitsprüfungen im größtmöglichen geografischen Maßstab empfohlen (SCHAUB 2012).
Eine aktuelle Datenanalyse (BELLEBAUM et al. 2012) lässt für Brandenburg beim Ausbaustand der Windenergie Ende 2011 auf jährliche Kollisionsverluste zwischen 304 und 354 Rotmilanen schließen. Diese zusätzliche Mortalität entspricht einem Anteil von mind. 3,1% des nachbrutzeitlichen Bestandes. Bei Inbetriebnahme der bereits genehmigten bzw. weiterer geplanter WEA könnte sich die jährliche zusätzliche Mortalität auf 4-5% erhöhen. Dies ist als signifikante Erhöhung des Tötungsrisikos im Sinne des § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG anzusehen. Eine derartige Steigerung hätte höchstwahrscheinlich Auswirkungen auf Populationsebene, insbesondere bei einer langlebigen Art wie dem Rotmilan. Dies wird durch die Kalkulation von Schwellenwerten in derselben Analyse bekräftigt.
Erste Hinweise auf lokale, mehrjährige Bestandsabnahmen bei hohen WEA-Dichten, z. B. Querfurter Platte (Sachsen-Anhalt, U. Mammen, unveröff.), Fiener Bruch (Brandenburg, Managementplan Fiener Bruch) (mit der Abnahme nahmen auch die registrierten Kollisionsopfer ab). In Italien schrumpfte eine Population von 12-15 Paaren auf ein Paar nach Errichtung großer WPs; die Besetzung eines winterlichen Schlafplatzes sank von 80-130 Rotmilanen auf maximal 8 (http://www.wind-watch.org/alerts/2008/11/09/red-kites-disappearing-from-italian-regions-after-windfarm-construction/).


Windkraftanlagen auf dem Gebiet XXX würden gegen das Tötungsverbot verstoßen, da sie unter anderem die geforderten Abstände von 1.500 m in keiner Weise einhalten.
Es steht zu befürchten, dass der Rotmilanbestand Windkraftanlagen im Gebiet XXX nicht überleben würde. Dies verstößt eindeutig gegen das Tötungsverbot.

 

Mopsfledermaus
Im Fledermaus-Gutachten (Institut für Tierökologie und Naturbildung, 2012, Gutachten zur landesweiten Bewertung des hessischen Planungsraumes im Hinblick auf gegenüber Windenergienutzung empfindliche Fledermausarten) wird unter dem Kapitel Konfliktrisiko ausgeführt, dass aufgrund des Flugverhaltens im offenen Luftraum bis Baumkronenniveau und darüber hinaus für diese Fledermausart eine Kollisionsgefährdung anzunehmen ist. Gemäß des schlechten Erhaltungszustandes und ihrer Seltenheit in Hessen werden um die Wochenstubenkolonien (bislang 6) Tabuzonen empfohlen (Radius von 5 km). Das Konfliktpotential für direkte Wochenstubenverluste ist im Wald gegeben.
Im Leitfaden Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, HMUELV / HMWVL Windkraft und Naturschutz in Hessen wird ausgeführt, dass sich die Mopsfledermaus in Hessen in einem sehr ungünstigen Erhaltungszustand befindet.
Es sind nur wenige Wochenstubenkolonien nachgewiesen, u.a. bei Neukirchen/Stoppelsberg, Lenderscheid/Knüllwald, Berghofen/Rothaargebirge, Elmshausen/Lahntal, Hilders und Hauneck.
Daher wird ein Mindestabstand von 5 km zu den nachgewiesenen Wochenstubenquartieren und Kolonien der Arten mit ungünstigem Erhaltungszustand, d.h. Mopsfledermaus empfohlen.

In der Burg Hauneck wurden Wochenstubenkolonien von Mopsfledermäusen nachgewiesen.
Es wird vom Gutachten (Tierökologie) eine Tabuzone von 5 km vorgeschlagen.
Das Gebiet XXX liegt in dem geforderten Radius von 5 km. Dies muss auch bei zukünftigen Planungen berücksichtig werden, somit können auf diesem Gebiet keine Windkraftanlagen errichtet werden.


Zwergfledermaus
Aufgrund des Flugverhaltens im offenen Luftraum ist die Zwergfledermaus kollisionsgefährdet. Sie wird allerdings deutlich häufiger als Schlagopfer gefunden, als es alleine aufgrund der Flughöhe und des Wanderverhaltens zu erwarten wäre. Die hohe Funddichte ist vermutlich mit der insgesamt hohen Dichte dieser Fledermausart und ihrem ausgeprägten Erkundungsverhalten zu erklären. Denkbar ist, dass WKA eine Attraktionswirkung als potenzielles Quartier aufweisen.
Da die Erkundung von Quartieren im August und September stattfindet, wäre die gehäufte Funddichte in diesem Zeitraum erklärbar. Auf Grund der Häufigkeit der Art sind Kollisionen mit technischen Einrichtungen deshalb unvermeidbar.
Als Jagdgebiete der Zwergfledermaus werden häufig Waldränder, Hecken und andere Grenzstrukturen beschrieben, aber auch an und über Gewässern ist die Art regelmäßig anzutreffen (Simon et al. 2004). Die Jagdgebiete liegen meist in einem Radius von etwa 2 km um das Quartier (Eichstädt & Bassus 1995, Simon et al. 2004).


Schleiereule
Im LAG VSW wird aufgeführt, dass Eulen zu jenen Arten gehören, bei denen auch akustische Beeinträchtigungen in Betracht zu ziehen sind (SITKEWITZ 2009). Im Leitfaden zur Steuerung der Windenergie im Kreisgebiet Euskirchen wird auf eine Aussage der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V. (EGE) von W. Breuer hingewiesen, die eindeutig feststellt, dass grundsätzlich alle Eulen- und die meisten Greifvogelarten zu den im hohen Maße kollisionsgefährdeten Arten zählen. Da Schleiereulen gezielt Waldrandstrukturen nach Nahrung absuchen, sollte die Errichtung von Windkraftanlagen unmittelbar am Waldrand vermieden werden (ÖkoTech Gutachten).

Kranichzug
Der Kranichzug erstreckt sich (RP Kassel, Artenschutz, Hr. Dr. Tamm und Staatl. Vogelschutzwarte Hr. Richarz) über einen breiten Korridor mit einzelnen Verdichtungsgebieten. Ein Kranichzug in geringer Höhe ist bei Schlechtwetterlagen möglich.

 

Baumfalken
Brutplätze von Baumfalken konnten westlich der BAB in dem an das Vorranggebiet südlich angrenzenden kleinflächigen Wald in einer Entfernung größer als 1.000 m nachgewiesen werden. Baumfalken reagieren sehr empfindlich auf Störungen. Hier ist eine Aufgabe des Brutplatzes als wahrscheinlich anzunehmen. (ÖkoTech)


Lebensraumentwertung, Scheuchwirkung und Tötungsrisiko nach BNatSchG
Das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz und die Staatliche Vogelsschutzwarte stellt in einer Studie über die Einflüsse der Windenergienutzung auf Vögel fest, dass Windkraftanlagen nicht nur zu einem Tötungsrisiko führen, sondern auch zu einer Entwertung des Lebensraums.
Viele Vogelarten verlassen ihre angestammten Brutplätze und meiden Windkraftanlagen.
In einer Studie (Windkraft, Vögel, Lebensräume – Ergebnisse einer fünfjährigen BACI-Studie zum Einfluss von Windkraftanlagen und Habitatparametern auf Wiesenvögel) konnte ebenfalls eine Scheuchwirkung auf Wiesenvögel nachgewiesen werden.

 

Gefahr durch Windkraftanlagen droht letztlich für alle Fledermauspopulationen und Waldbewohnern
Gefahren durch die immer größer dimensionierten Rotoren drohen laut Henrike und Holger Koerber vom AK Fledermausschutz vielen seltenen Fledermäusen. So kämen etwa 5 bis 20 dieser Waldbewohner, die in großer Höhe auf Insektenjagd gingen, pro Windrad und Jahr zu Tode. Dabei reichten bereits zwei tote Fledermäuse pro Windrad und Jahr aus, um eine stabile Population von 5000 Tieren innerhalb von lediglich 20 Jahren verschwinden zu lassen. Ebenso Kraniche, Gänse, Schwäne, Greifvögel, Schwarzstörche, Eulenarten und letztlich auch Wildkatzen und andere Waldbewohner können durch die Geräusche der Windräder vertrieben werden, so konstatiert es das Biologen Ehepaar Henrike und Holger Koerber.

Windkraftanlagen sind durch ihre Physik ganz besonders gefährlich für Vögel und Fledermäuse. Wenn ein Vogel oder eine Fledermaus in die Nähe eines Rotorblattes kommt, saugt sie der herrschende Unterdruck unweigerlich gegen das Rotorblatt, was ihren sichern Tod bedeutet. Werden Tiere von einem Rotorblatt direkt getroffen, dann ist es natürlich erst recht um sie geschehen und die Wahrscheinlichkeit dafür ist groß. Ein einzelnes Rotorblatt wiegt 3,5 t und mehr.
Sehr viele Opfer entstehen ebenfalls durch Druckschwankungen im Turbulenzbereich der Rotorblätter. Diese führen zu inneren Verletzungen. Die Tiere sterben ohne Zeichen äußerer Verletzungen. Diese als Barotraumen bezeichneten inneren Verletzungen betreffen nicht nur die Lungen. Bei Fledermäusen fand man sogar geplatzte Fettzellen (Current Biology 18, S. 695 – 696, 2008).
Die Dunkelziffer der Opferzahl dürfte sehr hoch sein, da viele Opfer als Aas von anderen Tieren gefressen werden, durch physikalische Luftverhältnisse eine hohe Schleuderwirkung auftritt und die verletzten Tiere sich vom WKA entfernen, um später an inneren Verletzungen zu verenden.

 

Grundwasser und Waldökosystem beim Bau von Windkraftanlagen im Wald und waldnahen Gebieten
Naturschützer (NABU) erwarten eine negative Beeinträchtigung des Waldökosystems, wenn dort Windkraftanlagen gebaut werden. Grundvoraussetzung für ein Waldinnenklima ist eine geschlossene Struktur mit einer Mindest-Flächengröße. Nur dort kann der Wald seine Funktionen inklusive Grundwasserneubildung erfüllen. Durch den Wegebau und die Bauflächen für die WKA wird der Wald fragmentiert und verliert dadurch einen bedeutenden Teil seiner ökologischen Funktion und Stabilität.
Für das ausgewiesene Gebiet XXX sind genau diese negativen Folgen zu befürchten.


Buchenholzbestand
Im Gutachten wird aufgeführt, dass das Gebiet über einen Buchenaltholzbestand verfügt.
Ein solcher Wald ist nach Auffassung von Naturschützern unbedingt zu erhalten und zu schützen. Greenpeace fordert einen unbedingten Schutz der Buchenwälder.
Buchenwälder schützen das Klima, sind die Heimat vieler Tier-, Pflanzen- und Pilzarten und Erholungsorte für uns Menschen. Genau diese Wälder sind bedroht. Der Buchenholzbestand wird intensiv genutzt, was zu einer Vernichtung dieser Lebensräume führt.
Hier wird von Greenpeace sogar ein Einschlagstopp gefordert.
Der weltweit gestiegene Rohstoff- und Energiebedarf führt dazu, dass selbst Buchenholz als Brennholz in Kraftwerken verfeuert wird. Allein in den vergangenen 20 Jahren hat sich der Holzeinschlag in Deutschland verdoppelt. Dieser Raubbau in den alten Buchenwäldern vernichtet unsere wirksamsten natürlichen Klimaschützer. Denn Laubwälder mit alten, dicken Bäumen speichern besonders große Mengen des schädlichen Kohlendioxids (CO2). Noch 1990 konnten die Wälder in Deutschland 80 Mio. Tonnen CO2 aufnehmen. Gegenwärtig schätzt man zwei Mio. Tonnen.
Buchenwälder machen heute nur noch knapp fünf Prozent der Landfläche Deutschlands aus - und sogar diese sind in Gefahr.

Naturschutz

Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V.

Die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. (EGE) ist eine Organisation, die sich dem Naturschutz verschrieben hat und sich speziell für den Erhalt der Eulen und deren Lebensraum einsetzt.

Wattenrat

Der Wattenrat versteht sich als unabhängiger Naturschutz für die Küste und das Land. Dies ist eine sehr informative HP mit zahlreichen konkreten Themen bezüglich Naturschutz.
www.wattenrat.de

Rechtsanwalt
Prof. Dr. Elicker

Hr.Prof. Dr. Elicker verfügt über sehr viel Erfahrung und ein starkes Expertenteam 

http://www.windkraft-anwalt.de/

 

 

Rechtsanwältin

Renate Lorenz
Für alle Fragen rund um Windkraftanlagen
Hanau, Körnerstr.
Tel.: 06181/75198
Mobil: 0179-2059010


 

Rechtsanwalt
Moeller-Meinecke

Ein engagierter und kompetenter Anwalt für unsere Umwelt  

http://www.moeller-meinecke.de/

Komitee gegen Vogelmord e.V.

Windkraft und Vogelschutz

Arbeitskreis Göttinger Ornithologen

 

Der Arbeitskreis betreibt mit zeitgemäßen Methoden moderne, sachkundige und praxisbezogene Avifaunistik.

AGO 

ROTE KARTE FÜR Tarek AL-WAZIR

Demo am 21.09 in Freiensteinau gegen die Naturzerstöung durch Grüne Politiker!

Demo gegen Umweltzerstörung durch Tarek Al-Wazir
Am 21.09 wird gegen die unvorstellbare Umweltzerstörung der Grünen Politiker demonstriert!
Einladung Demo Freiensteinau 21 09 2014.[...]
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