Faktensammlung Windkraft
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Möglichkeiten der Geothermie

Definition: Geothermie

Unter einer geothermischen Anomalie sind geographische Gebiete zu verstehen, bei denen das Magma nahe an die Oberfläche kommt, weil die Erdkruste keine einheitlich dicke Hülle besitzt.
Die Geothermie ist eine langfristig nutzbare Energiequelle. Mit den Vorräten, die in den oberen drei Kilometern der Erdkruste gespeichert sind, könnte theoretisch der derzeitige weltweite Energiebedarf für über 100.000 Jahre gedeckt werden.

Die Nutzbarkeit ist aber momentan sehr eingeschränkt und auch die Auswirkungen auf die Erdkruste bei umfangreichem Wärmeabbau sind noch unklar.
Als indirekte Nutzung wird die Umwandlung in Strom unter dem Gesichtspunkt zur Optimierung der Wirkungsgrade als Kraft-Wärme-Kopplung verstanden.

Die geothermische Stromerzeugung ist in Deutschland noch in den Anfängen.
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und zahlreiche Forschungsprojekte werden zur Nutzung und Effizienzsteigerung der Tiefen-Geothermie betrieben.

Das Deutsche GeoForschungsZentrum in Potsdam und einige andere Institute beschäftigen sich mit der Weiterentwicklung der geothermischen Stromerzeugung.
Einige Kraftwerke in Neustadt-Glewe, Unterhaching bei München, Bruchsal, Landau, Füssing, Griesbach etc. erzeugen aktuell in Deutschland Strom aus Geothermie.

In Simbach am Inn wurde ebenfalls ein solches Wärmekraftwerk gebaut.
Weltweit wird Geothermie bereits in vielen Ländern (China, Schweden, USA, Island) intensiv betrieben.

 

Hydrothermale Geothermie
Hier findet die Energiegewinnung dadurch statt, dass man das in der Tiefe vorhandene heiße Wasser entsprechend technisch nutzt. Das ist vor allem in den oberrheinischen und norddeutschen Tiefebenen sowie im süddeutschen Molassegebiet möglich.

Petrothermale Geothermie
Mit diesem Verfahren kann Strom und Wärme auch dort erzeugt werden, wo es kein heißes Wasser im Unter­grund gibt. Dabei wird Wasser mit hohem Druck ins Tiefengestein gepresst, was letztlich zur technischen Nutzung der Temperaturunterschiede zwischen dem trockenen Gestein und dem Wasser führt.

Geothermische Ressourcen

Anteil der verschiendenen Tiefen-Geothetmischen Ressourcen:
1% Hydrothermale Geothermie
4% Störungszonen (Erdrisse, Erdspalten)
95% Petrothermale Geothermie

Das Potenzial der hydrothermalen Geothermie (nur 1%) würde ausreichen, um das fünffache des deutschen Jahresstrombedarfs zu decken.

Quelle>>

Das verfügbare Potenzial der Tiefen-Geothermie in Deutschland

Die Tiefen-Geothermie könnte eine große Rolle in der Energieversorgung Deutschlands spielen. Verschiedene Prognosen über die mögliche Stromversorgung durch Tiefen-Geothermie erkennen einen Anteil von bis zu 43%. Zusätzlich kann die Tiefen-Geothermie die Wärmeversorgung zwischen 30% und 45% abdecken.

Bislang hat die Förderung der Geothermie gegenüber der Solar- und Windkraftförderung nicht den hohen Stellenwert, den es haben sollte, obwohl Energie aus Tiefen-Geothermie den großen Vorteil bietet, dass sie keinen starken Produktionsschwankungen, wie etwa Photovoltaik oder Windkraft unterworfen ist.

Geothermie könnte demzufolge bei der Stromversorgung einen Teil der Grundlast übernehmen.

Geothermie ist längst eine ausgereifte Technik. Im Ausland ist Geothermie ein häufig eingesetzte und erprobte Art der Energiegewinnung. Geothermie hat alle Voraussetzungen, um Windkraft und Sonnenenergie zu ersetzen.

Zwar stellt die verhältnismäßig hohe Startfinanzierung noch ein gewisses Hindernis für viele Geothermieprojekte dar. Aber die Vorteile besonders der Nachhaltigleit überwiegen alle andere Methoden der Energiegewinnung.

Bedeutende Geothermie-Gebiete
In Deutschland eignen sich vor allem das Norddeutsche Becken, das Molassebecken in Süddeutschland und der Oberrheingraben für die Nutzung von Erdwärme. Hier gibt es Heißwasservorkommen, die zur Energiegewinnung verwendet werden können.
Durch die gleichmäßige Verteilung der Geothermie-Gebiete in Deutschland, sind Stromtrassen wie der SÜDLink nicht notwendig. 

Infos>>

 

Studie der FH Köln (Potenzial für Deutschland)
Die Studie unterscheidet zwischen einer oberflächennahen Geothermie und der Nutzung von tieferer Geothermie. Bei der oberflächennahen Geothermie (bis 400 m Tiefe) kommen Techniken der erdgekoppelten Wärmepumpe zum Einsatz. Typische Systeme sind Erdkollektoren, Erdwärmesonden, Grundwasserbohrungen und auch erdberührte Betonbauteile.
Hier wird ein erhebliches Potenzial für Wärmegewinnung gesehen, insbesondere für Häuser und Wärmesysteme.

Bei der Nutzung der Tiefengeothermie werden Sonden in die Erde eingebracht.

Ab einer Tiefe von 3 km ist es bereits so heiß, dass die Temperatur zur Energiegewinnung ausreicht.
Nach Angaben der Studie liegt das technische Potential tiefer Erdwärmsonden in Deutschland bei etwa bei 800 TWh/a.


Studie>>

Das technische Potenzial geothermischer Stromerzeugung

Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) kommt in einem Arbeitspapier zu dem Ergebnis, dass das technische Gesamtpotenzial zur geothermischen Stromerzeugung bei ca. 300.000 TWh liegt, was etwa dem 600-fachen des deutschen Jahresstrombedarfes entspricht.

Selbst wenn man die Nutzung unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit sieht und eine sukzessive Erschließung auf 1.000 Jahre ausdehnt, ergibt sich ein jährliches Potenzial von 300 TWh, was etwa der Hälfte der gegenwärtigen Bruttostromerzeugung entspricht.

Das technische Nachfragepotenzial einer geothermischen Stromerzeugung ohne KWK liegt bei ca. 290 TWh/a, wenn man annimmt, dass der gesamte Grundlastanteil der deutschen Stromerzeugung durch Geothermie bereitgestellt würde.
Bericht>>

Nutzung der Geothermie in Deutschland

Geothermie ist in Deutschland landschaftsschonend, kohlendioxidarm und nahezu unerschöpflich vorhanden. Diese Energieart ist zuverlässig und grundlastfähig. Die deutschen Anbieter stellen die Geothermie zu stabilen Preisen zur Verfügung. In Deutschland ist es praktisch überall möglich das Potenzial der Erdwärme zu nutzen.

Nutzung der Geothermie in Deutschland

Die Nutzung der oberflächennahen Geothermie ist in ganz Deutschland möglich.
Private Haushalte auf einem eigenen Grundstück können diese Energieform nutzen.
Momentan gibt es in Deutschland 290.000 entsprechende Installationen. Eine Übersicht über die Nutzung der oberflächennahen Geothermie in den einzelnen Bundesländern wird in einer jährlichen Ranglisten der erdwärmeLIGA veröffentlicht.

Positionspapier: Empfehlung für Geothermie

Potenzial für Deutschland
Durch die heute bekannten Ressourcen der hydrothermalen Tiefen-Geothermie könnten etwa 29% des deutschen Wärmebedarfs gedeckt werden.
Die oberflächennahe Geothermie könnte etwa 28% des gesamten Wärmebedarfs decken.
Zur Nutzung in petrothermalen Systemen steht im Tiefenbereich von 3.000 – 7.000 Metern unter der Fläche der Bundesrepublik so viel Energie zur Verfügung, dass Deutschland sich damit für ca. 10.000 Jahre komplett mit Strom und Wärme versorgen könnte.

http://www.geothermie.de

 

Tiefen-Geothermie (Bohrtiefe > 400 m)
- Anzahl der Anlagen in Betrieb (Heizwerke und Heizkraftwerke): 21 mit einer installierten Wärmeleistung von ca. 193 MW
- davon Anlagen mit Stromerzeugung (Heizkraftwerke): 6 mit 12,11 MW elektrischer Leistung
- Anzahl der Anlagen in Bau oder Planung: circa 92


Oberflächennahe Geothermie (Bohrtiefe < 400 m)
- Anzahl der Anlagen (z.B. Erdwärmesonden oder -kollektoren in Verbindung mit Wärmepumpen): rund 290.000
- neu installierte Anlagen pro Jahr (Zahlen für 2012): 22.200 mit 235 MW


Die dabei erzielte Wärme-Leistung beträgt für Tiefe und Oberflächennahe Geothermie insgesamt über 3.200 MW, was etwa 390.000 Haushalte mit Wärme versorgen kann.
Die installierte Stromleistung hinkt dem mit 0,019 TWh hinterher.
Die installierte geothermische Leistung Strom (nur Tiefe Geothermie): 12,11 MW

 

Geothermie als Wirtschaftsfaktor
Insgesamt wurden im Jahre 2011 960 Mio. Euro investiert; etwa 14.200 Beschäftigte waren in der Branche tätig.

 

Empfehlung für Geothermie
Da Geothermie die geringste Belastung für die Umwelt und Natur darstellt, wird diese Energieform vom DDR (Dachverband Deutscher Avifaunisten) und DSR (Deutscher Rat für Vogelschutz) zur Nutzung befürwortet.
Positionspapier>>

 


Beispiele für Geothermie-Projekte in Deutschland

Projekte in Deutschland
In Deutschland gibt es mehr als 200 Standorte mit Geothermienutzung aus großer Tiefe. An 19 Standorten sind Projekte zur Fernwärmeversorgung realisiert oder stehen kurz davor. Standorte zur Erzeugung von Strom aus Erdwärme sind Unterhaching (Süddeutsches Molassebecken), Groß-Schönebeck und Neustadt-Glewe (Norddeutsches Becken) sowie Bruchsal und Landau (Oberrheingraben). Ferner gibt es verschiedene grenzüberschreitende Projekt mit Österreich (z.B. Simbach-Braunau).

 

Groß-Gerau Hessen

Die Beteiligten Parteien werden mit Unterstützung des Überlandwerks Groß-Gerau GmbH ein Tiefengeothermiekraftwerk zur Gewinnung von Strom und Wärme im Kreis Groß-Gerau errichten. Als Projektträger ist hierbei das Überlandwerk Groß-Gerau GmbH tätig.

Im Jahr 2014/15 ist die Inbetriebnahme geplant. Die installierte Leistung wird dann für Strom 3 MW und für Wärme 6 MW betragen. Es können ca. 7.000 Haushalte mit grundlastfähigem Strom versorgt werden.

Projekt_GroßGerau>>

 

Landau (Rheinland-Pfalz)

Die Geothermieanlage in Landau ist seit 2007 in Betrieb.

Der Projektträger ist die geox GmbH (Pfalzwerke AG und EnergieSüdwest AG).

Mit der installierten Leistung (4,5 MW für Wärme und 3 MW für Strom) können ca. 6.000 Haushalte mit grundlastfähigem Strom versorgt werden.

Projekt_Lindau>>

 

Unterhaching (Bayern)

Unterhaching wird seit 2007 mit Wärme und Strom aus Geothermiekraftwerken versorgt. Da diese besonders umweltschonend und platzsparend sind, ist die Akzeptanz in der Bevölkerung sehr hoch.

Der Projektträger ist die Geothermie Unterhaching GmbH & Co KG.

Die installierte Leistung (Wärme 38 MW und Strom 3,36 MW) ermöglicht die Versorgung von ca. 7.000 Haushalten mit grundlastfähigem Strom.

Ferner werden öffentliche Gebäude und 40% aller Privathaushalte mit Wärme versorgt.

Projekt_Unterhaching>>


Naturschutz

Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V.

Die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. (EGE) ist eine Organisation, die sich dem Naturschutz verschrieben hat und sich speziell für den Erhalt der Eulen und deren Lebensraum einsetzt.

Wattenrat

Der Wattenrat versteht sich als unabhängiger Naturschutz für die Küste und das Land. Dies ist eine sehr informative HP mit zahlreichen konkreten Themen bezüglich Naturschutz.
www.wattenrat.de

Rechtsanwalt
Prof. Dr. Elicker

Hr.Prof. Dr. Elicker verfügt über sehr viel Erfahrung und ein starkes Expertenteam 

http://www.windkraft-anwalt.de/

 

 

Rechtsanwältin

Renate Lorenz
Für alle Fragen rund um Windkraftanlagen
Hanau, Körnerstr.
Tel.: 06181/75198
Mobil: 0179-2059010


 

Rechtsanwalt
Moeller-Meinecke

Ein engagierter und kompetenter Anwalt für unsere Umwelt  

http://www.moeller-meinecke.de/

Komitee gegen Vogelmord e.V.

Windkraft und Vogelschutz

Arbeitskreis Göttinger Ornithologen

 

Der Arbeitskreis betreibt mit zeitgemäßen Methoden moderne, sachkundige und praxisbezogene Avifaunistik.

AGO